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Donnerstag, 28. April 2011

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Ich bin umgezogen und entstelle das Internet nun unter folgender Adresse:

http://lokalaugenschein.blogspot.com

Dienstag, 26. April 2011

Landmarken - das Altenmarkter Lagerhaus

Wenn man bei Altenmarkt im Pongau vorbeifährt, dann fällt einem sofort ein Gebäude auf, dessen solide Grazie sich auf die natürlichste Weise ins Landschaftsbild einfügt. Nicht so wie der Pongauer Dom zu St. Johannis, der ein bisschen protzig wirkt da auf seiner Anhöhe droben, wo er herrisch über den mickrigen Gemeindehäuseln thront - wie ein kleiner St. Stephan für ehemalige Bergbauerndörfer.
Nein, in Altenmarkt geht es feiner zu, da wird mit dem feinen Strich gearbeitet. Im Übrigen ist es keine Kirche, die sich da so ästhetisch hervortut, wie es in den meisten Gegenden der Fall ist. Man denke hier nur an St. Georgen im Pinzgau, wo ein liebes kleines weißes Kircherl eine gar malerische Anhöhe schmückt. Aber in Altenmarkt ist es auch keine Burg, kein Schloß oder eine Ruine, die einen daran erinnert, dass hier früher einmal wichtige Persönlichkeiten ansässig waren. Beispiele: Kaprun, Mittersill, Werfen und auch Rottenmann mit der Burg Strechau, deren strenger Name nicht darüber hinweg täuschen kann, dass es sich bei dieser Burg um die einzige Perle des Paltentals handelt, der sogenannten "Selbstmördergegend" um Trieben und Treglwang.

Zurück zu Altenmarkt und seiner architektonischen Perle. Es ist der Turm vom Lagerhaus, der sich nahe der eigentlichen Hauptstraße befindet; der Salzburger Straße nämlich, welche die wichtigste Straße in Altenmarkt ist, weil sie am Orstkern vorbei und nicht etwa hinein führt wie die irrtümlich so bezeichnete "Hauptstraße", die tatsächlich so heißt und geradewegs ins Verderben, nämlich nach Altenmark hinein, dafür aber auch näher am Lagerhaus vorbei führt. Egal, zu nahe will der geübte Lagerhaus-Connaisseur dem Objekt der Begierde auch gar nicht kommen. Wie man sich vor einem schönen Gemälde in einem zweckvollen Respektsabstand positioniert, so kann man auch erst die raffinierte Schönheit des Lagerhausturms vor der Kulisse der Altenmarkter Radstädter Tauern ganz begreifen, wenn man ihn von der Salzburger Straße aus betrachtet. Dass die Salzburger Straße dann geradewegs nach Radstadt führt, nach dem die Tauern in dieser Gegend benannt sind, ist vielleicht Zufall. Jedenfalls haben es die Altenmarkter nicht gern, wenn man von Radstadt spricht, von jener selbsternannten Sportstadt, deren Wahrzeichen mittlerweile nicht mehr die vollkommen durchschnittliche romanischgotische Elendskirche ist, sondern die Brücke, die über die Straße führt, auf der ein Willkommensgruß und eine Internetadresse sowie der Titel "Sportstadt" derart verwirrend einander den Rang um Geltung ablaufen, dass man nicht weiß, ob man sich in Radstadt, in Sportstadt oder auf einer Webseite befindet, wenn man unter der Brücke durchfährt. Für Radstadt gilt: Geradeaus geht's nach Kärnten, rechts geht's nach Graz und Wien.

Ja, der Lagerhausturm von Altenmarkt, er geht einem nicht mehr aus dem Sinn, hat man ihn einmal gesehen. Eine gelblich-braune Fassade und ein Abschluss aus Holz, dessen Form an einen Wachturm erinnert. Wir fragen uns, wer hier über wen wacht? Der Bauernbund über die Gemeinde? Das Lagerhaus über die im Haus gelagerten Sachen? Für den Vorbeifahrenden, das Lagerhaus aus sicherem Abstand bewundernden Kenner bedeutender Landmarken, hat die Wachturmästhetik zunächst etwas Beunruhigendes. Doch die relative Ödnis, von der das Altenmarkter Lagerhaus umgeben ist, lässt wissen: Hier gibt es nichts zu befürchten, nichts zu beobachten, ergo nichts zu überwachen. Vielmehr ist das Bauwerk Selbstzweck, es zieht die Blicke auf sich selbst, anstatt neugierigen oder überwachenden und strafenden Köpfen Ausblick zu sein.

So fährt man ein wenig wehmütig am Altenmarkters Lagerhausturm vorbei und malt sich aus, wie es denn dort an einem Samstag Vormittage zuginge, wenn um Punkt 12 von der Feuerwache herüber die Sirene ertönt und sich die jüngeren Altenmarkter gegenseitig angrinsen und feixen, dass das jetzt das Zeiche wäre, dass das Lagerhaus zusperre, während vor dem Lagerhausturm die Bauern noch die sogenannten "letzten Besorgungen" machen, ehe das Wochenende ihnen die Seele trübe macht. Sicher laden sie noch geschwind säckeweise Dünger auf die Anhänger ihrer Steyr-Traktoren (einige Pongauer Rednecks ließen sich vielleicht auch zu einem amerikanischen Fabrikat, einem grünen John Deere, überreden), haben noch Zeit für den einen oder anderen kühnen Spott über die Wirtschaft, die Frau oder eben auch das Gefährt des Kompagnons und verabreden sich schließlich, den Traktor anstartend und deswegen laut gegen die sprotzelnden Motorengeräusche anschreien müssend, zum Stammtisch.

Doch meist liegt das Lagerhaus still da, wie ein Mahnmal aus früheren Zeiten. Und der Turm steht einsam in der Landschaft, mehr zum Hohn als zum Gedächtnis. Böse Zungen behaupten, er ähnle jenem unsäglichen Türmlein, das aus der Mitte des Schlosses Trautenfels bei Pürgg im Ennstal wie ungefragt herausragt und dessen Optik tatsächlich an die "bösen Zeiten" erinnert, als Wachtürme noch von grimmigen Wärtern besetzt waren und ihre traurige Funktion zu erfüllen hatten. Doch mit diesem "KZ-Turm", der das Schloss Trautenfels so grausig entstellt, hat der Lagerhausturm in Altenmarkt nichts gemein. Er steht für die stumme Einfalt des ländlichen Lebens, für die Idylle einer kleinen Marktgemeinde, deren Ruhm, welchen ihr das Skigebiet Altenmarkt-Zauchensee eingetragen hat, einst gemischte Gefühle unter der Bevölkerung weckte. So gesehen ist das Lagerhaus samt Turm die letzte Bastion des ehrlichen Altenmarkters: Ort des Rückzugs und der Besinnung gleichermaßen und zudem ein Blickfang in der sonst eher langweiligen, autobahnzerfahrenen Landschaft. Gott schütze unser Lagerhaus und besonders das Lagerhaus in Altenmarkt!

Montag, 7. März 2011

Zeitdiagnose eines gescheiterten Heilands

Ein Jurymitglied mit Neinmüdigkeit
setzt seine Gebeine in den Lehnstuhl und
schaukelt bis zum Gehtnichtmehr.

Keine Münder, die sich
in grundlosen Sünden verhaspeln,
keine Stehleiterverwender,
die in längst verlassenen Gassen
Grausbirnen austauschen.

Meine gesünderen Jünger
haben alle das Quasseln verlernt,
stattdessen zahlen sie Unterhalt -
die höchste Art der Erniedrigung.

Ein Jurymitglied mit Neinmüdigkeit
bleibt bis auf weiteres unmündig und so
dem Kandidaten Rechenschaft schuldig.

Montag, 28. Februar 2011

Zwei Gedichte für einen Mann mittleren Alters - Ein Verfall mit Vorbehalt

für A.C.K.

de viro

Der gute Mann wird
mit zunehmendem Alter
gewitzter, besser,
ein umsichtiger Sachverwalter.

Der schlechte Mann wird,
nimmt er zu an Jahren,
geizig, grimmig und will
nur noch Sportwagen fahren.

Ein mittlerer Mann ist,
so sagt man, noch wandlungsfähig.
Nicht störrisch, nicht mürrisch
und im besten Fall ledig.
Er wird sich bemühen,
sein Alter zumindest in der Sprache zu halten.
So zerknittern das Gesicht nicht,
nein, es zieren es Falten!


de aetate

Das junge Alter,
jeder wird dies wissen,
ist, lebt man es, schön,
jedoch vergangen - ist's g'schissen.

Über das hohe Alter,
sollte ich schweigen.
Was es bringt, das soll
lieber die Zukunft zeigen.

Dem mittleren Alter sagt
man die wildesten Dinge nach.
So soll es zum Beispiel
ruhiger werden im Schlafgemach.
Der Verstand ist (noch) wach,
dem Leib hat das Leben schon zugesetzt.
Die Anzahl der eigenen Lebensjahre
wird nicht mehr gezählt, sondern nur mehr geschätzt.

Samstag, 18. September 2010

Über den modernen Poeten

Von nervösen Zweifeln zerrissen, ob er das ach so tief in der Metakommunikation entfremdete und in der Willkürlichkeit zwischen signifiant und signifié androgyn schillernde Konjunktionswörtchen 'und' explizit setzen oder subversiv unterschlagen soll, präsentiert sich der hypersensible Sprachskeptiker unter leichenfledderischer Berufung auf Lord Chandos den Fernsehkameras der Literaturmagazine, beteuert, wie viele schlaflose Nächte es ihn gekostet hat, seinen Plot, der wahrscheinlich keinen Pappenstiel wert ist, in Segmente zu zerstückeln, auf daß durch die rissige Haut der Form das bare Entsetzen des Für-immer-schweigen-Müssens schimmert, in verschachtelter Syntax, ja, sobald die Scheinwerfer blenden, wagt er sich allzu gerne aufs hohe Seil - und im Vollbesitz des Dornseiffschen Wortfelderreichtums, ja, den kompletten Grimm im schwergeprüften Schädel, beklagt er den Verlust seiner Naivität als Romancier, und dies alles, um dem Unkenruf des Kindes im Märchen 'Des Kaisers neue Kleider' zuvorzukommen. Mit einer verbalnichtig globalen Handbewegung zitiert er zwei Silben Celan, das Gedicht am Krater des Verstummens, doch heroisch, wie er ausharrt im Literaturbetrieb, hat er seiner Fabulierabstinenz 600 Seiten abgerungen, und die Kritiker reagieren dankbar mit ganzseitigen Rezensionen, denn er hat sich an die eiserne Spielregel gehalten, sie nicht mit etwas Neuem zu schrecken, mit einer Prosa gar, die man von der ersten bis zur letzten Zeile lesen muß, schon nach dem ersten Interruptus im Prolog weiß man Bescheid, er ist, was das fragil Fragmentarische betrifft, ganz der alte geblieben.

Hermann Burger: Brenner. Bd 1: Brunsleben. Suhrkamp 1989, S. 326.

Mittwoch, 24. März 2010

Zwei Arten Tennis

Speziell für Spieler, die etwas aus der Übung sind, sich dem Sport wieder nähern wollen, aber auch zu wenig Zeit haben, um mehrmals die Woche auf den Tennisplatz zu gehen, gibt es zwei sichere Methoden, wie man so spielt, dass beide Spieler die zunehmende Frustration nicht lange verbergen können.

Die erste Art ist Altherren-Tennis. Dabei wird der Ball kurz und zentral gespielt. Somit hat das Gegenüber genügend Zeit, während der Ball zwei mal aufhüpft, einen besonders schönen Schwung zu machen und die Filzkugel genauso schwächlich und uninspiriert zurückzuschlagen wie sie ihm vor die Füße gefallen ist. Die Ballwechsel bleiben mit dieser Methode überschau- und vorhersehbar. Größere Flüssigkeitsverluste sind nicht zu erwarten, weswegen sich diese Variante hervorragend für ältere Herren eignet, die eigentlich nur ein bisschen an die frische Luft gehen wollen.

Spielen aber zwei Hobbysportler jüngeren Semesters dieses Altherren-Tennis, stellt sich bald Langeweile ein und der Ehrgeiz spornt zu riskanteren Schlägen an. Ist aber die Technik noch nicht so ausgefeilt, kommt es automatisch zum Kindertennis, welches sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Bälle sehr hoch, weit und abseits des Feldes gespielt werden. In dieser Variante kommt es zu vermehrter Bewegung, vor allem beim Einsammeln der Bälle und den Versuchen, vom Gegner weit ins Out gespielte Bälle doch noch irgendwie zumindest in Richtung des Partners zurückzuspielen. Die Ballwechsel bleiben eher kurz, sind aber lustig anzusehen.

Beide Varianten erzeugen Frust und Ärger; nicht nur bei den Spielenden selbst, sondern auch bei den Zuschauern. Man sei deshalb gerade bei diesem Sport, wo so viel Wert auf die Ästhetik der Bewegung zu legen ist, angehalten, an der Technik zu feilen und vor dem eigentlichen Spiel zuerst ein Gefühl für Ball und Schläger herzustellen. Dann steht dem eigentilchen Tennis, dem für Adoleszente und Personen im besten Alter, nichts mehr im Wege.

Donnerstag, 11. März 2010

Italienische Reminiszenzen

An epicenter of amabilità in a joyous earthquake of sragionamento,
forse bramiamo una vita della impossibilità.
Yet we follow our strange detections in this endless wonderland of nothingness,
but we may - as we keep on desiring, wonderfully and in a quite insane manner -
trovare un finale gioioso
per te
per me
per noi.
insieme - forever

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